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Bei der Jahresfeier berichtete Bereitschaftsleiter Anton Kappeler von den Ereignissen des vergangen, arbeitsreichen Jahres.  Dabei ging er natürlich auf die vielen ehrenamtlichen Stunden, welche die Bereitschaftsmitglieder in den Bereichen Rettungsdienst, Ausbildung und Sozialdienst ableisteten. Ein Schwerpunkt seiner Ausführungen bildete das rund 2½ Jahre andauerndes EU-Projekt, bei dem alle in Oberstdorf und Kleinwalsertal tätigen Sanitäter, Rettungsdienstler und Notärzte geschult wurden. Außerdem konnte ein neues Allrad-Mehrzweckfahrzeug in Betrieb genommen werden. 
Natürlich wurden mit Barbara Koros, Thomas Laskowski (5 Jahre), Melanie Böck, Josef Dornach, Christian Hegemann (15 Jahre), Hermann Althaus, Helga Suntheim, Georg Hasselberger (20 Jahre), Martha Hindelang (45 Jahre) viele Bereitschaftsmitglieder geehrt. Eine außergewöhnliche Ehrung erhielt Martha Hindelang, der das Ehrenzeichen der BRK-Bereitschaften in GOLD verliehen wurde.

Arbeitsreiches Wahljahr beim BRK Oberstdorf

Nachdem bei den Rotkreuzwahlen Anfang 2013 die Bereitschaftsleitung unter Anton Kappeler und Josef Dornach nahezu unverändert im Amt bestätigt wurde, stand wieder ein arbeitsreiches Jahr bevor. Mit vier Wochenendlehrgängen im Rotkreuzhaus wurde ein rund 2½ Jahre andauerndes EU-Projekt beendet. Dieses hatte die einheitliche und Euregio Prpjektgrenzüberschreitende Schulung nach international anerkannten Richtlinien aller in Oberstdorf und Kleinwalsertal tätigen Sanitäter, Rettungsdienstler und Notärzte im Bereich Traumaversorgung, internistischer Notfälle und Kindernotfälle sowie Intensivtransporte zum Inhalt. Es war zwar eine lernintensive und harte Zeit, aber der Aufwand hat sich inhaltlich wie finanziell voll gelohnt. Der große Gewinner ist der Patient, resümierte Kappeler. Von den rund 170.000 Euro Projektkosten wurden aus dem Interreg-Programm 60 Prozent Zuschuß abgerufen. Den Eigenanteil von rund 70.000 Euro teilten sich die beiden Bereitschaften und der Kreisverband Oberallgäu. Leider müssen die Kosten der heuer beginnenden Rezertifizierungskurse (2014: rd. 7.000 Euro) voll selber getragen werden.

Im November konnte schließlich ein neues Allrad-Mehrzweckfahrzeug in Betrieb genommen werden. Trotz des kompletten Ausbaus in Eigenleistung blieben vom ursprünglichen Listenpreis iHv 95.000 Euro immer noch rund 60.000 Euro zu berappen. Dank einer kleinen Erbschaft, diverser Zuschüsse u.a.von Gemeinde, Landrat und den Sparkassen-, Ilona-Reining- und Kaiser-Sigwart-Stiftungen konnte die Finanzierung gesichert werden. Das Einsatzfahrzeug ist Bestandteil der Schnelleinsatzgruppe Behandlung, die bei großen Unfällen und Schadensereignissen zum Einsatz kommt. Aber auch für Personal- und Materialtransporte bei Sanitätsdiensten und örtlichen Einsätzen -wie jüngst bei einem Großbrand in der Ortsmitte- ist das Fahrzeug ein unverzichtbares Einsatzmittel.

Im Rettungsdienst gab es mit knapp 3000 Einsätzen und 42000 gefahrenen Kilometern allein auf dem Rettungswagen einen neuen Rekord. Rund 35 % der Schichten, das sind 6717 Stunden wurden hierbei ehrenamtlich auf dem Rettungsfahrzeug geleistet.
Die Unterstützungsgruppe Rettungsdienst rückte zu 137 Notfällen aus. Vom Verkehrsunfall und Herzinfarkt bis zum schwer erkrankten Kind war wieder alles dabei, trug Ausbilder Max Brinker vor.
Rund 15 Prozent des Einsatzleitdienstes im Oberallgäu wurden allein vom stv. Bereitschafts-leiter Josef Dornach geleistet, der damit zusammen mit dem Leitenden Notarzt Michael Lachenmair bei vielen Einsätzen die rettungsdienstliche Verantwortung hatte.
Es wurden an 45 Tagen mit bis zu 35 Einsatzkräften vor Ort die verschiedensten Veranstaltungen wie Skifliegen, die Vierschanzentournee, boarder- und Skicross-Weltcup, der Deutsche Wandertag, aber auch viele Sommerveranstaltungen sanitäts- und rettungsdienstlich betreut.
In 15 Kursen wurde die Bevölkerung in Erster Hilfe ausgebildet. Die Ausbilder waren zudem zu Ausbildungen in Betrieben, in der Grundschule und bei den Feuerwehren. So wurde der Erste-Hilfe Part bei der in Oberstdorf stattgefundenen Truppmann- und Führerausbildung übernommen.
Desweiteren wurden 8 Seniorennachmittage in Oberstdorf und Schöllang und zwei Seniorenausflüge veranstaltet und betreut. Bei 11 Blutspendeterminen in Oberstdorf, Kleinwalsertal und Fischen spendeten rund 1000 Personen ihr dringend benötigtes Blut zur Gewinnung von Blutkonserven.

Bereitschaftsleiter Kappeler bedankte sich im Rahmen der Jahresfeier bei allen Aktiven für den teils immensen Einsatz und der zusätzlichen ambitionierten Bereitschaft zur intensiven Fort-bildung. Auch richtete er einen herzlichen Dank an alle Gönner und Spender, ohne die die Ausbildung, Ausrüstung und Fahrzeuge nicht auf dem neuesten Stand gehalten werden können, wovon letztendlich der Patient provitiert. Hier gebe es in Oberstdorf eine ganz außergewöhnliche Unterstützung durch die Bevölkerung.
Ein wenig Sorgen bereitet der Nachwuchs. Wer Interesse an den vielseitigen Aufgaben und ehrenamtlichen Arbeit im Rot Kreuz hat, ist zum monatlichen Übungsabend (jeweils erster Donnerstag im Monat) herzlich willkommen. Wir können eine fundierte und hochwertige Ausbildung mit einem vielseitigen und anspruchsvollen Tätigkeitsfeld bieten, wirbt Kappeler.

Ehrungen beim Roten Kreuz Oberstdorf

Für besondere Verdiebste wurden geehrt: Barbara Koros, Thomas Laskowski (5 Jahre), Melanie Böck, Josef Dornach, Christian Hegemann (15 Jahre), Hermann Althaus, Helga Suntheim, Georg Hasselberger (20 Jahre), Martha Hindelang (45 Jahre)
Bereitschaftsleiter Anton Kappeler bedankte sich bei den Geehrten für Ihr besonderes Engagement und die unzähligen geleisteten Stunden in Aus- und Fortbildung, Übungen und Einsatzdiensten, sowie der langjährigen Treue im aktiven Dienst. Die Zeitehrungen wurden vom Vorsitzenden des Kreisverbandes Alfred Reichert und dem stv. Landesbereitschaftsleiter Volker Schneider vorgenommen.

Foto (vlnr):
Volker Schneider, Hermann Althaus, Alexander Schwägerl, Melanie Böck, Josef Dornach, Christian Hegemann, Barbara Koros, Alfred Reichert, Anton Kappeler,
vorn sitzend: Martha Hindelang

Martha Hindelang erhält Gold

Eine aussergewöhnliche Ehrung gab es diesmal in zweierlei Hinsicht. So wurde Martha Hindelang das Ehrenzeichen der BRK-Bereitschaften in GOLD verliehen. Diese sehr seltene Auszeichnung wird normalerweise einmal jährlich im Rathaus in München an rund 10 verdiente Rotkreuzler aus ganz Bayern verliehen. Da ihr Gesundheitszustand die Fahrt in die Landeshauptstadt nicht zuließ, kam der Vorsitzende des Ehrungsausschusses von Bayern und zugleich stv. Landesbereitschaftsleiter Volker Schneider nach Oberstdorf und nahm die Ehrung im Rahmen der Jahresfeier und –versammlung der Oberstdorfer Rotkreuzler vor. In seiner Laudatio zeigte er nochmal den Lebensweg von Frau Hindelang im Roten Kreuz auf. Vielschichtig war ihr Wirken. In allen Bereichen war die Jubilarin engagiert. Vor 45 Jahren hat sie als Telefonistin und im Einsatzdienst angefangen. Zu dieser Zeit gab es noch keine Leitstelle. Die Notrufe wurden in der Wache Am Gstad entgegengenommen. Die Einsatzfahrzeuge waren spartanisch ausgestattet und der Rettungsdienst wurde nahezu ausschließlich ehrenamtlich durchgeführt. Nachdem sie sich Anfang der 90er Jahre aus dem Einsatz- und Sanitätsdienst zurückzog, war sie bis vor kurzem festes Mitglied des Blutspendeteams, im Glückshafen, bei der Mittelbeschaffung und immer zur Stelle, wenn Not am „Mann" war. Zwei Wahlperioden (1981-1989) war sie stellvertretende Frauenbereitschaftsleiterin. Bei der Beschaffung der neuen Vereinsfahne 1998 war sie nicht nur maßgeblich beteiligt, sondern übernahm auch die Patenschaft als Fahnenmutter.
Diese Auszeichnung erhielten bisher nur Ernst Haslach†, Maria Bock, Christa Breyer und Hermann Suntheim.

Ehrung für Martha Hindelang

Foto (vlnr):
Volker Schneider (stv.Landesbereitschaftsleiter), Anton Kappeler (Bereitschaftsleiter Oberstdorf), Martha Hindelang, Alexander Schwägerl (Kreisgeschäftsführer), Alfred Reichert (Vorsitzender BRK Oberallgäu)

 

Wortweiser „Unterstützungsgruppe Rettungsdienst":

Wenn die Fahrzeuge des öffentlichen Rettungsdienstes alle im Einsatz sind, werden von der Integrierten Leitstelle Allgäu Ehrenamtliche über Meldeempfänger von Zuhause oder ihrem Arbeitsplatz zum nächsten Notfall alarmiert. Diese besetzen dann den mit über Spenden finanzierten eigenen Rettungswagen und versorgen den Notfallpatienten. Die durchschnittliche Ausrückezeit lag hierbei in Oberstdorf unter 5 Minuten.