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Den untenstehenden Rückblick auf das Jahr 2008 verfasste Anton Kappeler für das Allgäuer Anzeigeblatt. Dort wurde er in leicht abgewandelter Form am 28.2.2009 veröffentlicht.

Wiedermal ein anstrengendes Jahr hat das Oberstdorfer Rote Kreuz hinter sich gebracht. Neben dem überwiegend in Eigenregie erfolgten Umbau der Rettungswache, wurden auch noch die meisten ehrenamtlichen Stunden im Oberallgäu geleistet. So stellt die Bereitschaft für den Rettungswagen an Wochenenden und nachts fast durchgängig die Hälfte des Personals ehrenamtlich. Aber auch bei den Sanitätsdiensten wie Skispringen, bei den Sozialdiensten und beim Blutspenden wurden mehr als 4000 Stunden geleistet. Neben den 12 monatlichen Fortbildungsabenden und 2 Ganztagesfortbildungen unter Leitung von Bereitschaftsarzt Michael Lachenmair wurden noch etliche überregionale Lehrgänge und Ausbildungen besucht. Insgesamt wurden 2550 Stunden in Aus- und Fortbildungen investiert.

Zusammen mit dem Notarztförderverein konnten einige Verbesserungen in Rettungs- und Notarztwagen finanziert und realisiert werden. Die teuerste und bedeutenste Anschaffung war ein neues Beatmungsgerät für den Rettungswagen mit Intensivstationstandard im Wert von rund 15.500 Euro. Die Schaufeltrage konnte durch eine der neuesten Generation ersetzt werden (1.400 Euro) und im weiteren noch diverse kleinere Errungenschaften installiert werden.

Neben Immenstadt und Kempten ist Oberstdorf Mitglied in einer Projektgruppe zur automatisierten Wiederbelebung. Ein sog. Lucas-Gerät übernimmt druckluftgesteuert in perfekter Weise die Herzdruckmassage und erhöht damit zum einen die Erfolgsaussichten und entlastet das Rettungs-team mit der anstrengenden Tätigkeit. Die weitere Therapie kann schneller und effizienter begonnen werden. Das Gerät hat sich schon mehrfach bestens bewährt und erst jüngst konnte ein Patient mit Herzkreislaufstillstand erfolgreich und ohne Folgeschäden mit dem Lucas wiederbelebt werden. Leider ist bisher noch nicht klar, wie das rund 12.000 Euro teure Gerät nach Ablauf der Projektphase im Juni finanziert werden soll. Öffentliche Zuschüsse gibts hierfür leider nicht, so Notarztobmann Dr. Helmut Nußbickel.

Insbesondere durch die Veränderung der Kliniklandschaft im Oberallgäu haben sich die Transportzeiten und die Fahrleistung deutlich erhöht. Diesem hat die Bereitschaft durch Schaffung einer Verstärkungsgruppe Rettungsdienst Rechnung getragen. Im 14-tägigen Turnus haben jeweils 7 ehrenamtliche Helfer über Meldeempfänger Dienst. Im Einsatzfall besetzten die Helfer von ihrem Arbeitsplatz oder Freizeit weg -alarmiert durch die Rettungsleitstelle- einen zusätzlichen Rettungswagen(RTW) und kommen so einem Notfallpatienten zur Hilfe. In der Regel wird sogar noch die gesetzliche Hilfsfrist von 12 Minuten eingehalten. 2008 rückte der Zusatz-RTW bereits mehr als einmal in der Woche aus. Der von der Bevölkerung Oberstdorfs vor 5 Jahren mitfinanzierte RTW hat mittlerweile auf mehr als 10000 km ein paar Hundert Patienten transportiert.

Bereitschaftsleiter Anton Kappeler nutzt die Jahresfeier, um sich bei seiner Mannschaft zu bedanken. "Jetzt wo der Umbau so gut wie abgeschlossen ist, kann man das neue Bereitschaftszimmer der Wache auch mal als solches nutzen", freut er sich schon. Im letzten Jahr wurde die Zeit zwischen den Einsätzen dazu genutzt Wände einzureißen, andere aufzustellen, zu Verputzen, zu Streichen zu installieren und was sonst noch alles dazu gehörte, die neue Wache zu bauen. Die Oberstdorfer zeigten also auch auf der Baustelle maximalen Einsatz. Kappeler bedankte sich bei dieser Gelegenheit nochmal nicht nur für das überwältigende Engagement der Haupt- und ehrenamtlichen Mitglieder, sondern auch durch die breite Unterstützung der Handwerker und Oberstdorfer Bürger. Im Frühsommer ist die offizielle Einweihung geplant.