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... und schon gar keine Konkurrenz gibt es in der Oberstdorfer Rettungswache. "Das Verhältnis zwischen Haupt- und Ehrenamt und Notärzten ist bei uns schon etwas besonderes", betont Bereitschaftsarzt Michael Lachenmair.

"Das Verhältnis zwischen Haupt- und Ehrenamt und Notärzten ist bei uns schon etwas besonderes", betont Bereitschaftsarzt Michael Lachenmair. Nicht nur beim Bau der Rettungswache bewiesen die Oberstdorfer was durch Zusammenarbeit alles möglich ist. Auch in allen anderen Bereichen arbeiten Notärzte, Haupt- und Ehrenamtliche und die Innere Abteilung des Oberstdorfer Krankenhauses Hand in Hand.

"Bei uns gibt es Schulungen quer über alle Bereiche", freut sich Wachleiter Jürgen Thomalla. Ein wichtiger Teil davon ist der Übungsabend einmal im Monat und zwei Intensivtage im Jahr. Lachenmair gestaltet diese so, dass nicht nur das Ehrenamt gefordert wird, auch Hauptamtlich und Notärzte sind eingeladen daran teilzunehmen. Diese übernehmen dann nicht nur - außerhalb ihrer Arbeitszeit - die Schulungen, sondern bilden sich dabei auch selber gerne weiter und üben die Zusammenarbeit für den Notfall. Durch kleine Gruppen kann auf jeden eingegangen und mehr geübt werden. So nimmt jeder, vom Sanitäter bis zum Notarzt, etwas von den Übungen mit.

Außerdem organisiert Chefarzt Dr. Ullrich Bäcker vier Mal im Jahr eine Fortbildung für alle Rettungsassistenten und Notärzte aus dem Bereich Oberstdorf und Kleinwalsertal zusammen mit der Klinik.

Eine weitere Fortbildung steht im April auf dem Plan. Durch den Förderverein der Notärzte mit Obmann Dr. Helmut Nussbickel zusammen mit einer kleinen Eigenbeteiligung der Rettungsassistenten und Notärzte, kann ein in-house-Kurs mit dem Thema Traumamanagement finanziert werden. Die Gebühr für einen Teilnehmer beträgt immerhin 500 EUR.Der Kurs ist mit 18 Notärzte und Rettungsassistenten aus Oberstdorf ausgebucht.

Auch sonst versuchen die Mitarbeiter der Rettungswache Oberstdorf in Sachen Ausbildung weit vorne zu sein. So haben zum Beispiel fast alle Notärzte und Hauptamtlichen die Zusatzqualifikation für Intensivtransport nach DIVI in eine dreitägigen Ausbildung erworben. Die noch fehlenden Personen sind für März bei der Bildungsstätte der DRF in Baden Baden gemeldet.

Doch nicht nur bei der Ausbildung zeigt sich die enge Zusammenarbeit Aller, auch bei der Mittelbeschaffung wird an einem Strang gezogen. Einmalig in Bayern ist zum Beispiel das zweite Notarzteinsatzfahrzeug, das im Walsertal eingesetzt, aber von Oberstdorfer Notärzten besetzt und vom Kreisverband Oberallgäu betrieben wird. Dies war nur durch viel Eigenengagement zu erreichen.

Der Förderverein der Notärzte unterstützt aber auch andere Anschaffungen wie das EKG mit vollautomatischer Blutdruckmessung, Schaufeltrage mit Kopffixierung ein Intensiv Beatmungsgerät neuester Generation oder die Einrichtung des Notarztzimmers in der neuen Wache.

"Wir sind ein Miteinander und kein Nebeneinander und schon gar keine Konkurrenz", erklärt Bereitschaftsleiter Anton Kappeler: "Bei uns war das zwar schon immer so, aber spätestens seit dem mehr als 2 Jahre andauernden Wachumbau sind wir eine eingeschworene Gemeinschaft" Er sieht das gute Miteinander als Resultat davon, dass Haupt- und Ehrenamt in Oberstorf nicht nur dienstlich viele Berührungspunkte haben. In Oberstorf werden die meisten ehrenamtlichen Stunden geleistet, an Wochenenden und Nachts ist der Rettungswagen fast ausschließlich von einem ehrenamtlichen Fahrer besetzt. Es wird zusammen im Sanitäts- und Rettungsdienst gearbeitet, geputzt, geübt, gelernt und natürlich auch gefeiert. Eine Trennung zwischen Haupt- und Ehrenamt gibt es nur der Begrifflichkeit nach.

"Aber auch privat wird ein harmonisches Miteinander gepflegt. Zum Beispiel im Stüble nach den Übungsabenden", begeistert sich Lachenmair. Die Wache wurde also nicht nur zusammen aufgebaut, sie wird auch gemeinsam genutzt.